Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen

Impuls des Monats

Ich denke einige von Euch kennen doch sicherlich die zahlreichen und auch wirklich gut gemeinten Ratschläge von Freunden in der Gemeinde oder der Familie, wenn im eigenen Leben gerade wichtige Veränderungen bzw. Entscheidungen anstehen, oder?!
Beispielsweise steht man nach der langen Schul- oder Ausbildungszeit da und muss sich überlegen in welche berufliche Richtung der eigene Weg jetzt gehen soll. Oder aber jemand macht sich Gedanken über einen Auslandsaufenthalt in seinem Leben; ein anderer wiederum macht sich über seine bzw. über eine mögliche Partnerschaft Gedanken, ein nächster über die Mitarbeit innerhalb seiner Gemeinde, bestimmte Projekte oder sein Studium oder aber jemand beschäftigt sich intensiver mit dem Thema Mission oder, oder, oder…
Es gibt so viele Gelegenheiten für uns selbst wichtige Entscheidungen zu treffen und damit Veränderungen in und um uns herum in Gang zu setzen. Doch leicht machen wir es uns oftmals mit diesen Entscheidungen nicht und sind daher immer auf der Suche nach Antworten auf unsere Fragen und zahlreichen Möglichkeiten im Leben.
Meistens wird in diesem Zusammenhang dann von Vertrauen gesprochen und davon, dass „Gott es schon machen wird“, dass er uns schon zeigen werde was gut für uns sei. Wir müssen IHM dabei also „nur “ vertrauen!! Tja, und da fangen für uns dann oft die Probleme erst an. Man beginnt zu denken „klar ich bin doch Christ, wenn ich vertraue und abwarte wird Gott mir schon sagen was in einer bestimmten Sache zu tun ist. Aber wie soll ich ruhig und vertrauend abwarten, wenn ich mich z.B. bis in wenigen Tagen auf etwas festgelegt haben muss? Oder wenn ich das Gefühl habe, dass ich keine Antwort erhalte und alles so ungewiss ist?“
Gerade diese Tatsache finde ich oftmals sehr schwer, da sich das Vertrauen und damit die Antwort auf unsere Fragen und Entscheidungen nicht unbedingt innerhalb weniger Stunden oder Tagen zeigen muss.

Ich möchte euch allerdings in dieser Andacht von einer persönlichen Erfahrung berichten:

Während meiner Schulzeit (so ca. ab der 8. Klasse) habe ich mir jahrelang immer wieder Gedanken darüber gemacht, ob ich mal für eine Zeit lang ins Ausland gehen möchte, entweder als Auslandsjahr, für ein Praktikum, eine Sprachreise oder als Freiwilligendienst. Ich konnte mich aber irgendwie nie wirklich dazu durchringen meine Gedanken mal in die Tat umzusetzen und so habe ich meine Schulzeit ohne Auslandserfahrung beendet und auch mein FSJ in Deutschland gemacht. Durch viele Freunde, die in der Hinsicht schon tatenfreudiger waren, hat mich das Thema aber nie wirklich losgelassen und so habe ich vor einem Jahr wieder damit begonnen mich intensiver darüber zu informieren – diesmal aber über meine Uni. Nach ziemlich vielen Gedanken, Gesprächen - aber wenig Möglichkeiten, wusste ich dann irgendwann im Sommer, dass ich eventuell für ein Semester nach Frankreich gehen könnte.
Ich habe dann begonnen Gott zu fragen was er denn davon hält, hatte aber den Eindruck keine Antwort zu erhalten. Dann bekam ich viele Ratschläge, dass ich einfach auf IHN vertrauen soll und dass er mir schon antworten wird. Das versuchte ich auch, es machte mich aber nicht wirklich glücklicher. Die Bewerbungsfrist lag übrigens dabei bis Mitte Januar und durch ein extrem stressiges Semester stand plötzlich Weihnachten auf dem Kalender und ich war verwirrter denn je und langsam etwas panisch. Eine Antwort von Gott hatte ich immer noch nicht.
Auf der JOE-Tours Silvesterfreizeit dann habe ich noch mal sehr intensiv mit Gott gesprochen und ihm gesagt „wenn es dein Wille ist, dass ich nach Frankreich gehe und das wirklich mein Weg sein soll, dann brauche ich ganz bald ein eindeutiges Zeichen bzw. eine klare Ansage von Dir mich noch zu bewerben, sonst lass ich es bleiben.“ Am nächsten Abend hatten wir dann einen Stationsgottesdienst und an einer Station sollte jeder von uns einen ihm wichtigen Bibelvers auf einen Zettel schreiben, sodass jeder anschließend einen Zettel für sich selbst aus den vielen ziehen konnte. Ich weiß noch wie irgendjemand sagte, dass man dabei immer einen für sein eigenes Leben passenden Vers ziehen würde. Als ich meinen Zettel las, stand dort folgendes:

„Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den Du gehen sollst. Ich will Dich mit meinen Augen leiten.“ (Psalm 32,8)

Tja, und plötzlich hatte ich die Antwort auf meine Frage selbst in den Händen!
Ich habe mich also noch beworben und wurde auch angenommen. Tatsächlich werde ich daher im kommenden Herbst Deutschland für einige Zeit verlassen!!

Ich habe aus dieser Zeit des langen, ungewissen und zweifelnden Abwartens echt einiges gelernt und weiß jetzt mehr denn je wie wichtig es sein kann Gott in Bezug auf unsere Wege zu vertrauen. Auch wenn die eindeutige Antwort erst sehr spät kommt, kann sie offenbar viel Gutes enthalten!
Und das möchte ich Euch mitgeben.
Fragt bei Entscheidungen nach Gottes Willen für Euer Leben, versucht ihm geduldig zuzuhören und lasst euch immer wieder neu von IHM überraschen – vielleicht auch durch einen einzigen kleinen weißen Zettel!

„Ich aber, Herr, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott!“ (Psalm 31,15)