„Kann mir bitte mal jemand sagen, wozu ich lebe?“

Impuls des Monats

„Kann mir bitte mal jemand sagen, wozu ich lebe?“ Diese Frage las ich heute beim durchscrollen der letzten Posts meiner Freunde bei Facebook. Darunter fand ich zahlreiche sicherlich gut gemeinte Antworten. Ich selbst beginne eine  schlaue Antwort zu formulieren. Doch an dieser Stelle gerate ich ins Grübeln und drücke die Lösch-Taste. Was antworte ich als Christ auf diese existenzielle Frage? Tue ich es den anderen gleich und schreibe fromme Bibelsprüche  unter diese Frage? Stelle ich Gegenfragen, um dieser Frage aus dem Wege zu gehen? Oder habe ich tatsächlich die eine, richtige Antwort darauf? Ich werde still. Und schon fast unterbewusst beginne ich zu beten. „Gott, wozu lebe  ich? Wozu lebt dieser Facebook-Freund? Was kann ich ihm schreiben? Wie kann ich ihm helfen?“ Tja… da bin ich so lange Christ und muss über so eine Frage nachdenken? Sollte es nicht klar sein? Ich komme auf zwei Antworten:

JA, weil ich nicht umsonst auf dieser Welt bin. Gott möchte mich gebrauchen und hat mich nicht aus Spaß in diese Welt gesetzt. Worin genau diese Aufgaben bestehen, das muss ich individuell heraus bekommen. Das kann ich ihn  auch fragen. Ich habe im Leben auch feststellen müssen, dass die Antwort auf diese Frage manchmal länger dauert und nicht so klar ist, wie ich mir das wünsche. Und doch kann ich in meinem eigenen Leben immer wieder feststellen:  Ich bin nicht allein. Gott hat mich immer wieder an die Hand genommen und geführt. Und da, wo ich unsicher war, hat er mir auch zugetraut, Wege zu gehen. Dafür bin ich dankbar.


Aber auch NEIN, weil diese wichtige Frage nicht so einfach beantwortet werden kann. Von daher muss ich auch als Christ immer wieder neu solche Fragen stellen und mich ihnen stellen. Der Clou daran ist nur: Ich muss keine Angst  mehr vor ihnen haben, weil ich wissen darf, dass Gott an meiner Seite steht.

Vielleicht ist die Frage auch falsch gestellt… Vielleicht ist das einfach auch eine Frage, die ich an Gott direkt richten sollte, die ich in meiner Gemeinde, Jugendkreis, Hauskreis, etc. klären soll.

Und vielleicht ist es gut, wenn ich dieses Leben nicht als Druck sehe, sondern als Chance. Denn dann kann ich es als Einladung sehen, etwas daraus zu machen. Gerade in diesen tristeren, dunkleren Monaten des Jahres. Und an  diesem Punkt komme ich doch wieder zu einem frommen Bibelspruch, der dich in diesem Monat begleiten soll. Das mache ich nicht, weil das einfach zu einem christlichen Impuls dazugehört, sondern weil er auch in meinem Leben  ganz persönlich immer eine geniale Stütze war. Da spricht Gott:

„Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und
unverzagt seist. Lass dich nicht grauen und entsetze dich nicht, denn der HERR, dein Gott, ist mit
dir in allem, was du tun wirst!“ (Jos. 1,9)