In der Zwischenzeit

Impuls des Monats

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Eigentlich will ich gar nicht mehr über Corona reden, zu oft stoßen Meinungen deswegen aufeinander, ob und wann, wer geimpft werden darf. Wann kommen Lockerungen? Wird das alltägliche Leben nach der Pandemie so wie davor sein?

Noch vor einem Jahr war das Virus ein unbekannter Feind. Doch inzwischen wissen wir einigermaßen wie es wirkt, und auch wie wir uns davor schützen können. Ein Impfstoff wurde gefunden und hat einen langen Endspurt der Pandemie eingeläutet. Doch gerade in solchen Zeiten, wo der Sieg oder das Ende zum Greifen nah ist, aber eine letzte Gewissheit, ob und wann man über die Ziellinie läuft, noch fehlt, gerade in solchen Zeiten kann uns die Hoffnung verloren gehen.

Ich denke dabei an die Jünger:innen nach Ostern. Jesus hat ihnen eigentlich alles erzählt, dass er sterben muss, damit wir genauso eine persönliche Beziehung zu Gott haben könne wir er. Sie wussten er ist auferstanden, haben ihn gesehen, mit ihm gesprochen, gegessen und manche haben ihn sogar berührt. Jesus hat sich verabschiedet, und ihnen versprochen, Gott wird mitten unter ihnen sein. Sie sollen keine Angst haben. Und trotzdem saßen sie zu Schawuot (das jüdische Fest zur Feier, dass Gott ihnen durch Mose die 10 Gebote gab) verängstigt und zurückgezogen in ihren Häusern. Sie waren sich nicht sicher ob die Zusage von Jesus hält, was sie verspricht.

Sie lebten in einer Zwischenzeit. Vorher war Jesus immer da, er wusste was zu tun war, auch wenn er sie oft überraschte, manchmal auch ermahnen musste, Er war da. Ab Pfingsten ist Gott wieder mitten unter uns, sein Geist, nicht sichtbar, nicht immer spürbar, ist da. Aber dazwischen? Hatten sie nur die Hoffnung, durch diese Zusage:

„Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und bis an das Ende der Erde.“ (Apg. 1,8)

Auch wenn die derzeitige Phase der Pandemie und die Zeit nach Himmelfahrt eigentlich nichts miteinander zu tun haben, so sind sie beide eine Zwischenzeit, und wir können das was wir gerade in der Gesellschaft erleben, was wir vielleicht auch persönlich fühlen, auf die Zeit vor Pfingsten übertragen. In aller Unsicherheit und Angst hielten die Jünger:innen trotzdem an der Hoffnung fest, weil sie wussten Gott war da, und er wir da sein. Heute können wir sagen: Er ist mitten unter uns, auch in dieser Zwischenzeit.