Für meinen besten Freund.

Impuls des Monats

Kinoabend mit den Üblichen – der Film ist ausgesucht, die Karten und das Popcorn sind gekauft. Alle sind mit dabei, die ganze Gruppe hatte mal Zeit. Alle meine Freunde sind mitgekommen, wir sind wirklich viele diesmal. Fertig ausgerüstet geht es auf die Plätze. Wir sind noch am Reden über die Ferien, das nächste Wochenende – eben alles was noch so ansteht. Der Vorspann ist langsam durch, nur noch die obligatorische Langnese-Werbung. Gibt’s auch hier im Kino – wissen wir doch. Plötzlich flammt nur ein großes, rot geschriebenes Wort auf der Leinwand auf: 

PROGRAMMÄNDERUNG

Das Raunen im Saal geht los. Was soll das denn? Das können die doch nicht einfach so machen! Naja, vielleicht erst mal abwarten, was da jetzt kommt. Der Film geht auch sofort los – der Titel ist… Hä, das ist ja komisch… Also der Film heißt: „Dein Leben“. Welcher Trottel in Hollywood hat sich denn bitte so einen beknackten Titel überlegt? Spätestens nach den ersten 20 Minuten ist klar – das ist ganz bestimmt kein Streifen aus den großen Studios, sondern der Filmtitel ist Programm, da läuft wirklich MEIN Leben. Jeder einzelne Moment, vom ersten Tag im Kindergarten über die Zeit in der Grundschule und so weiter. Und zwar alles! Nicht nur die Momente, wo ich nett für die Kamera lächele, sondern auch die, die keiner sehen sollte. Wo ich lästere, lüge und alles andere als der Star der Leinwand bin. 

Ich schaue mich im Kinosaal um und erschrecke: Die Leute verlassen nach und nach murrend das Kino. Das hatten sie nicht erwartet, da sollte doch jetzt ein Actionfilm kommen und nicht so eine x-beliebige Geschichte – na, mein Leben scheint ja spannend zu sein... Auch meine Freunde blicken es irgendwann und haben natürlich ihren Spaß, bis zu dem Punkt, wo ich hinter ihrem Rücken über sie herziehe – natürlich auf der großen Leinwand – oder sie hören, was ich manchmal so für mich denke, wenn ich schlecht drauf bin und mich alles nur noch annervt. Nach und nach stehen auch sie auf und gehen. Irgendwann sind sie alle weg, nur ich und mein Film. Der dürfte bald auch am Ende sein: Gerade zeigt er mich und meine Familie heute Morgen beim Frühstück. Da merke ich, dass sich in der Reihe hinter mir jemand bewegt – ist also doch noch jemand geblieben. Wer das jetzt wohl ist? Ach was… Das überrascht mich jetzt ja, dass der mit so jemandem wie mir noch befreundet sein will. Da muss der Sohn Gottes aber ein großes Herz haben.

 

„Ein treuer Freund ist ein starker Schutz; wer den findet, der findet einen großen Schatz. Ein treuer Freund ist nicht mit Geld oder Gut zu bezahlen und sein Wert ist nicht hoch genug zu schätzen.“ (Sir 6, 14-15; LÜ)