Es heißt bei euch: "Liebt eure Freunde und hasst eure Feinde!" Ich sage aber: Liebt eure Feinde und betet für alle, die euch verfolgen! (Matthäus 5, 43-44)

Impuls des Monats

Na das ist ja mal eine super SacheÂÂÂÂÂ… Ich soll für die Leute beten, die ich nicht abkann und die zum Beispiel über mich lästern oder mir immer wieder zeigen, dass sie mich nicht leiden können? Gut und schön, dass Gott alle Menschen lieben kann, aber ich kann nur von mir selber sagen, dass ich das bestimmt nicht immer schaffe, gerade wenn mir frei heraus von jemandem gezeigt wird, dass er oder sie mich nicht mag. In so einem Moment wünsche ich dieser Person alles Mögliche an den Hals, nur nicht unbedingt gerade Gottes Segen. Und doch ruft Jesus uns hier auf gerade für diese Menschen zu beten und nicht negativ über sie zu denken, ja sie sogar zu lieben. Wie soll das denn bitte gehen?

Oft ärgere ich mich über andere Menschen und bin noch tage-, wenn nicht sogar wochen- oder monatelang sauer auf diese eine Person, die mich aufgeregt hat und schleppe diesen Ärger wie eine Last mit mir rum und genau das ist es, was wir nicht tun sollen. Denn dieser Zorn ist eine Last, die auf unseren Schultern liegt und uns belastet und einschränkt und Gott will und wird uns diese Last nehmen, wenn wir sie nur vor ihn bringen, zum Beispiel indem wir für unseren "besten Feind" beten. Und hier passiert schon das, wozu Jesus uns auffordert. Denn wenn er sagt, dass wir unsere Feinde lieben sollen, heißt das nicht, dass du mit offenen Armen auf denjenigen, über den du dich ärgerst, zugehen sollst und ihn fest in die Arme nehmen, denn es ist nur verständlich, wenn dir das schwer fällt, aber du beweist auch schon deine Liebe und Sorge indem du für ihn oder sie betest und sie Gott ans Herz legst mit den Fehlern und Macken oder mit den Problemen, die ihr miteinander habt. Und dies soll nicht nur für die Menschen gelten, die du sofort als Feinde bezeichnen würdest, weil sie dir wahnsinnig auf die Nerven gehen und du sie nicht ertragen kannst. Das Beten für andere gilt genauso für deine Freunde, aber auch für Leute, die dich nur ein wenig stören oder die dir vielleicht auch recht egal sind. Ich kann nur von mir und einer guten Freundin von mir erzählen: Sie kam in der dritten Klasse zu uns auf die Schule und war gerade mit ihrer Familie aus Russland hergezogen. Hier war sie wirklich hilflos und konnte kein Wort Deutsch und meine Lehrerin versuchte sich die ganze Zeit auf gebrochenem Russisch mit ihr zu verständigen. Am Ende der ersten Stunde kam unsere Lehrerin zu mir und fragte, ob ich mich nicht ein wenig um Elena – so heißt sie – kümmern könnte, da ich selbst noch nicht allzu lange an der Schule war. Ihr könnt euch ja vorstellen, wie wahnsinnig begeistert ich war meine Pause mit diesem Mädchen zu verbringen, mit dem ich noch nicht einmal reden konnte und ihr eigentlich nur durch Handzeichen zeigte wo es zur nächsten Stunde hinging. Das war wirklich nervig und ich habe mich total über sie aufgeregt. Mit meinen Eltern haben ich und meine Schwester zu der Zeit noch als kleiner Kinder jeden Abend ein Gebet zur Guten Nacht gesprochen und konnten auch über Sachen sprechen, die uns am Tag geärgert haben. Als ich meinen Eltern davon erzählte, meinten sie auch sofort, das würden sie mit in ihr Gebet einschließen und das taten wir dann auch. Es gab zwar keine Änderung von dem einen Tag auf den anderen, aber Elena lernte immer mehr die deutsche Sprache und mit jedem neuen Wort und Satz wuchs unsere Freundschaft, sodass es zu einem filmreifen Happy End kam. Wir beide sind noch heute gut befreundet und haben gerade gemeinsam unsere Schule beendet. Sie war für mich in der Schule die beste Freundin der ich alles erzählen konnte und auch heute noch kann und war immer für mich da, gerade auch weil ich am Anfang für sie da war. Das soll nicht heißen, dass Gott alle mit denen ihr nicht so gut könnt zu euren besten Freunden machen wird, aber er wird euch helfen einen Weg zu finden auf dem ihr mit ihnen klar kommt.

Euch noch einen gesegneten und sommerlichen August, in dem ihr den richtigen Weg findet, um an schwierige Beziehungen zu Menschen in eurem Umfeld heranzugehen.