Durch den Lebensnebel

Impuls des Monats

Hey du, schön, dass du hier mal reinschaust und dir die Zeit zum Lesen nimmst. Wie schaut’s denn gerade bei dir aus? Läuft alles bestens, ist alles durchgeplant und weißt du schon genau wie die nächsten Tage, Wochen, Monate oder auch Jahre werden? Ja? Dann freu ich mich für dich, aber ich glaube du gehörst zu einem relativ kleinen Teil, die das sagen können. Den meisten geht es da vermutlich eher anders: man steht im jetzt und was in der Zukunft passieren wird ist eben noch genau da – in der Zukunft. Dazu hat ein britischer Autor mal einen, wie ich finde, sehr passenden Kommentar abgegeben:

Life is like driving at night in the fog. You can only see as far as your headlights, but you can make the whole trip that way. (Edgar Lawrence Doctorow)

Ins Deutsche übersetzt:
Das Leben ist, als ob du nachts durch Nebel fährst. Du kannst nur soweit sehen, wie deine Scheinwerfer leuchten, aber so kannst du (trotzdem) deine ganze Reise machen.

Und ich finde er hat wirklich recht, mein Leben ist wie eine Reise in der Nacht in einem fremden Land. Ich weiß nicht, was in 50 km vor mir liegt, ob irgendwo ein Berg kommt oder eine Brücke oder die Straße vielleicht ganz aufhört. Am Tag kann ich das vielleicht noch aus etwas Entfernung erahnen, aber in der Nacht bin ich nahezu blind und dadurch ahnungslos.
Ich weiß nicht, wie es gerade bei dir aussieht, was auf dich zukommt. Hast du Entscheidungen in der nächsten Zeit zu machen? Musst du dich festlegen, wie es mit deinem Leben weitergeht – sei es jetzt dein Leben in der Schule, nach der Schule, bei der Arbeit oder auch dein privates? Ich fände es bei solchen wirklich wichtigen immer nicht schlecht, wenn zu jeder Möglichkeit gleich die Lösung mitgeliefert würde so nach dem Motto: Tür A – Dahinter erwartet dich eine große Enttäuschung, mit Tür B da könntest du leben, hinter Tür C erfüllen sich alle deine Wünsche und so weiter. Bloß sieht das in der Realität leider ein bisschen anders aus, da muss ich meist allein entscheiden, wie es weitergehen soll und damit ist dann auch erst geklärt, wie es in der näheren Zukunft aussieht und nicht, wo ich in 10 oder mehr Jahren bin. Doctorow sagt in seinem Kommentar aber auch aus, das wir zwar nicht sehen, aber immer ein paar Schritte weit erahnen können und so die Reise meistern. Was er aber in seiner Rechnung bedacht hat, finde ich fast noch wichtiger: nein, ich sehe nicht, wie meine Reise weitergeht, geschweige denn wo sie hingeht. Meiner Meinung nach gibt es da einen, der das tut. Gott sieht schon jetzt unsere Wege klar vor sich:

Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war. (Ps 139, 16)

Er sieht nicht nur, was schon alles war und passiert ist, sondern auch all das, was in unserem Leben noch kommt. Und bei einem bin ich mir ganz sicher: Gott liebt uns und deswegen wird sein Weg für jeden einzelnen, der auf ihn vertraut, in eine sehr gute Richtung führen. Das heißt nicht, dass da auch mal Hindernisse oder Berge kommen, oder dass nicht auch mal dein Reifen platzt oder du vor einem scheinbar unüberwindbaren Problem stehst, aber in so einer Situation kannst du darauf vertrauen, dass du nicht in diesen Tiefen stecken bleibst, sondern dass es einen Weg da raus gibt und du ihn mit Hilfe deines dich liebenden Vaters finden kannst.