Alles umsonst?

Impuls des Monats

„Alles umsonst!“, „Alles woran wir geglaubt haben war eine Lüge!“. So oder so ähnlich müssen die beiden Männer sich vorgekommen sein. Das, was sie in letzter Zeit zu hoffen gewagt hatten, der Traum vom Messias, war ausgeträumt.

Er war tot. Jesus war tot. Und das auf grausame Art und Weise. Gott hatte zugelassen, dass er gekreuzigt wurde. Das musste heißen, dass Gott sich von ihm abgewandt hat. Er ist verdammt. Ja, sogar sein Leichnam wurde geklaut.

Es gab nichts, was die Beiden auf ihrem Weg mehr beschäftigte. Die Gemeinschaft, in der sie die letzte Zeit gelebt hatten, hatte sich aufgelöst. Zersprengt und ihres Anführers beraubt. Insgeheim hatten einige von ihnen damit gerechnet, dass sie die Römer bald stürzen würden und jetzt war alles verloren.

Mitten in diese Verzweiflung tritt Jesus zu ihnen. Er fragt sie, worüber sie sich unterhalten und da sie ihn nicht erkennen, schütten sie dem Fremden ihr Herz aus.

Jesus hört zu und beginnt zu erklären. Er fängt ganz am Anfang an, bei Mose und den Propheten. Er holt sie da ab wo Sie grade stehen.

Das beeindruckt mich immer wieder. Nachzulesen ist diese Geschichte in Lukas 24,13-35.

Jesus kommt genau in die Situation, in der wir grade stehen. Und wenn’s sein muss, fängt er ganz von vorne an und erklärt uns alles noch einmal. Die beiden Jünger aus der Geschichte glaubten, alles wäre verloren. Ihre Ideen, ihre Vorstellungen von dem, was passieren würde, waren zerbrochen. Und Jesus kommt nicht und macht alles ungeschehen – er führt ihnen ihre falschen Annahmen vor Augen. Er erklärt ihnen, dass alles, was passiert ist genau so passieren musste.

Das soll jetzt nicht heißen, dass generell alles, was passiert gut und richtig ist, sondern vielmehr, dass wir uns eingestehen müssen, dass wir oft nicht den ganzen Überblick haben.

Wie oft habe ich schon gedacht, alles wäre verloren. Wieder einmal hat etwas, das ich geplant hatte nicht funktioniert. Aber das, was draus geworden ist war vielleicht das Richtige für mich.

Wir müssen die Vorstellung aufgeben, dass wir alles kontrollieren und verstehen können und manchmal einfach mehr Vertrauen zu Gott aufbringen. Eine große Aufgabe, keine Frage.

Die Jünger Jesu dachten, er würde sie von der Herrschaft der Römer befreien – Gottes Plan war aber größer. Er hat sie befreit – allerdings von ihren Sünden und uns noch gleich mit.

Und genau das ist es, was wir diesen Monat feiern dürfen: Jesu Auferstehung und Sieg!